Erworbener Hydrocephalus

Die Ursachen für einen erworbenen Hydrocephalus sind vielfältig. Unfälle, Operationen, Hirnblutungen, Tumore, Hirnhautentzündungen uvm. können diese Krankheit auslösen.

Eine recht verbreitete Form ist der Normaldruckhydrocephalus (kurz auch NPH: Normal Pressure Hydrocephalus). Man nennt ihn auch "Altershydrocephalus".

Normaldruckhydrocephalus
(NPH = Normal Pressure Hydrocephalus)

 

Die Ursachen für den NPH sind nicht hinreichend bekannt. Dabei handelt es sich um eine Alterserkrankung, die zumeist ab dem 60. Lebensjahr auftritt. Nach Schätzungen sind allein in Deutschland etwa 60.000 Menschen vom NPH betroffen.

Gangstörung, Harninkontinenz und demenzielle Erscheinungen sind die drei wesentlichen Symptome (auch Hakim-Trias genannt), die für den NPH sprechen. Zusätzlich können regelmäßige, druckhafte Kopfschmerzen und plötzlicher Schwindel von kurzer Dauer auftreten. Die Diagnose ist recht schwierig. Die Ähnlichkeit der Symptome mit anderen Alterserkrankungen und die zeitweilig starken Hirndruckschwankungen erschweren eine einwandfreie Diagnose enorm. Häufig wird der NPH von Medizinern mit Demenz verwechselt. Die Folgen sind für den Patienten fatal. Zu spät erkannt, wird eine anfänglich gut therapierbare Krankheit damit zum unheilbaren Leiden.

Umso wichtiger ist die Aufklärung unter der Bevölkerung. In einer zunehmend alternden Gesellschaft wird diese Krankheit voraussichtlich zunehmen. Schon heute sind etwa ein Viertel aller Bundesbürger über 60 Jahre.

Die Therapie der Wahl beim NPH ist die Implantation eines Shuntsystems. Das ist ein Ableitungssystem mit einem Hydrocephalusventil, das den Hirninnendruck auf ein Normalmaß reguliert und dabei vor Über- und Unterdrainage schützt.