THOMALE GUIDE - Anwendung

Vermessung des Insertionswinkels

Für die Vermessung des Insertionswinkels gilt es prinzipiell den gewünschten Winkel des Ventrikelkatheters zur Tangente in der Koronarebene über dem Bohrloch zu bestimmen.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die präziseste Methode zur Bestimmung des individuellen Insertionswinkels des Ventrikelkatheters setzt das Einlesen eines Volumen- oder Dünnschichtdatensatzes in eine Planungssoftware voraus. In dieser kann die optimale Trajektorie für den Ventrikelkatheter definiert werden. Darin können die Koordinaten des Eintrittspunktes, z.B. zum Nasion und zur Mittellinie, vermessen werden. Am Eintrittspunkt müsste die Tangente in der projizierten Koronarebene eingezeichnet und der Winkel der Trajektorie zur Tangente vermessen werden. Nun können die Daten des Eintrittspunktes auf den Patienten übertragen und intraoperativ der Winkel am Thomale Guide zur Insertion des Katheters angewendet werden. Diese Methode wird vor allem bei einem sehr engen Ventrikelsystem empfohlen. Die Genauigkeit der Ermittlung des Winkels ist von dem verwendeten Bild abhängig.

2. Um eine einfachere individuelle Vermessung des Eintrittswinkels zu ermöglichen ist ein koronares Schnittbild heranzuziehen. Dieses sollte möglichst auf Höhe des Vorderhorns vor dem Foramen Monroi liegen. Auf dieses müsste der Eintrittspunkt, der projizierte Zielpunkt und die damit projizierte Trajektorie markiert werden. Zur Markierung des projizierten Zielpunktes sind der Abstand zur Mittellinie und die Tiefe des Ventrikels zu berücksichtigen. Nun kann die Tangente eingezeichnet werden. Dies ist am einfachsten durch das Setzen zweier Punkte im gleichen Abstand medial und lateral vom Eintrittspunkt möglich. Die Verbindung dieser beiden Punkte entspricht der Tangente. Entsprechend kann danach der Winkel zwischen Trajektorie und Tangente bestimmt werden und am THOMALE GUIDE eingestellt werden.

Für beide Methoden wird die Thomale Guide App für iPhone und iPad verwendet werden. Sie ermöglicht - z. B. über einen Bildimport - eine einfache Bestimmung des Winkels der Trajektorie zur Tangente.

Einstellung des Insertionswinkels

Nach leichtem Lösen der Feststellmutter (eine viertel Umdrehung entgegen des Uhrzeigersinns) kann die Katheterführung entlang der Schienen gleiten und es kann ein Winkel eingestellt werden.

Die Skala der Schiene besitzt eine 10°-Teilung, markiert durch dicke durchgezogene Linien und eine 5°-Teilung, markiert durch halbe dünne Linien. Es bietet sich an, für die Einstellung des Winkels eine Lupe oder eine Lupenbrille zu verwenden. Die Einstellung eines Winkels erfolgt über die Ausrichtung des Pfeiles auf dem Gleiter an die entsprechende Markierung auf einer der beiden Schienen. Wir empfehlen, bei der Einstellung eines Winkels immer bei der 0°- Markierung zu beginnen. Die 0°-Markierung ist durch einen breiteren Strich hervorgehoben.

Es können Winkel zwischen 0° und 45° zu beiden Seiten eingestellt werden. Bis auf den Basisring ist der THOMALE GUIDE komplett symmetrisch aufgebaut, so dass die Winkeleinstellung wahlweise an einer Skala einer Schiene erfolgen kann. Ist der richtige Winkel eingestellt, muss die Einstellung durch leichtes Festschrauben der Feststellmutter im Uhrzeigersinn fixiert werden.

Handhabung im OP

Zur Implantation eines Ventrikelkatheters unter Verwendung des THOMALE GUIDE muss der Schädel in einem kreisrunden Bereich von ca. 20 - 25 mm um das Bohrloch möglichst komplett vom Periost befreit werden.

Der THOMALE GUIDE wird mit seinen drei Füßen auf dem Schädelknochen so ausgerichtet, dass die Drehachse des THOMALE GUIDE mit der offenen Seite des Basisrings parallel zur Medianebene ausgerichtet ist. Bei der Ausrichtung muss insbesondere beachtet werden, dass der koronare Insertionswinkel korrekt eingestellt und die seitliche Öffnung des Basisrings zur Medianebene hin ausgerichtet wird.

 

 

Nun kann der Ventrikelkatheter durch die Katheterführung bis auf Duraniveau vorgeschoben werden. Die Spitzenposition des Katheters kann durch die seitliche Öffnung im Basisring kontrolliert werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Spitze exakt auf die vorher geschaffene Duraeröffnung zeigt und bei vorsichtigem Vorschieben des Ventrikelkatheter die Duraränder nicht tangiert werden. Beim Vorschieben des Katheters in Richtung des Ventrikels wird nun die Insertionstiefe kontrolliert. Die Längen-Markierungen des Katheters können ebenfalls durch die seitliche Öffnung des Basisrings eingesehen werden. Bei der präoperativen Vermessung der koronaren Bilder sollte die Länge individuell bestimmt werden. Liegt der Katheter korrekt, wird er mit einer anatomischen Pinzette auf Bohrlochniveau durch die seitliche Öffnung des Basisrings fixiert. Der Mandrin wird entfernt und der korrekte Liquorfluss kontrolliert. Nun kann der THOMALE GUIDE aus dem Situs entfernt werden, ohne dass der Katheter in seiner Position verändert wird.