
Was ist NPH?
Normaldruckhydrocephalus (NPH) ist eine Form des Hydrocephalus, die überwiegend ab dem 60. Lebensjahr auftritt. Deshalb wird NPH umgangssprachlich auch als Altershirndruck bezeichnet.
Die Erkrankung entwickelt sich schleichend. Typische Beschwerden wie kognitive Störungen bis hin zu Demenz und Harninkontinenz werden daher oft fälschlicherweise als Demenz oder Alzheimer interpretiert oder dem Alter zugeschrieben. Dabei zeigen Studien, dass rund 5% der Personen mit diagnostizierter Demenz eigentlich an NPH leiden.1 Auch Parkinson‑ähnliche Gangstörungen führen häufig zu Fehldiagnosen.
NPH Symptome
Wird der NPH nicht rechtzeitig erkannt, kann sich eine prinzipiell gut behandelbare Situation deutlich und irgendwann nicht reversibel verschlechtern. Eine frühe Diagnostik und rechtzeitige Therapie erhöhen die Chancen vieler Betroffener auf eine Rückkehr zu einem weitgehend normalen Leben.
Die Pathophysiologie (einfach: die Ursache) des NPH ist noch nicht vollständig geklärt. Heute geht man davon aus, dass weniger ein dauerhaft erhöhter Hirndruck, sondern wiederkehrende Druckspitzen zu den typischen Beschwerden führen.3

Gangunsicherheit – häufig das erste Symptom
Die Gangstörung ist meist das früheste und deutlichste Anzeichen eines NPH.
Betroffene zeigen ein charakteristisches Gangbild:
- verkürzte Schrittweite und reduzierte Schritthöhe
- breite Gangspur
- nach außen gedrehte Fußspitzen
- erschwertes Drehen (oft 5 oder mehr Schritte notwendig)
- Schwierigkeiten beim Balancieren auf einem Bein oder einer Linie

Kognitive Störungen / Demenz
Zu den typischen kognitiven Symptomen zählen:
- Konzentrationsstörungen
- Kurzzeitgedächtnisstörungen
- psychomotorische Verlangsamung (langsameres Denken, Sprechen, Handeln)
- Persönlichkeits‑ oder Verhaltensänderungen
- zunehmende Orientierungslosigkeit
Diese Symptome ähneln teilweise einer Alzheimer‑Demenz, wodurch es zu Fehldiagnosen kommen kann.

Inkontinenz
Die Harninkontinenz beginnt oft mit imperativem Harndrang – einem plötzlich einsetzenden, kaum kontrollierbaren Drang zur Blasenentleerung.
Häufigkeit der Symptome



Diagnose – Je früher, desto besser!

Bildgebung: MRT und CT
MRT und CT spielen eine zentrale Rolle in der Diagnostik.6 Hierbei wird unter anderem untersucht, ob die mit Hirnwasser gefüllten Ventrikelräume geweitet sind – wodurch sich der Verdacht auf NPH verhärtet.

NPH Gangtest
Ergänzend zur Bildgebung wird häufig ein kurzer Gangtest durchgeführt. Dabei gehen Patient*innen eine Strecke von zehn Metern, während typische Veränderungen beobachtet werden. Dauert die Strecke länger als acht Sekunden oder sind mehr als 13 Schritte notwendig, kann dies auf ein NPH‑typisches Gangbild hinweisen. Weitere Hinweise sind eine deutlich verkürzte Schrittlänge, ein breiter Gang oder ein vermindertes Abheben und Abrollen der Ferse. Auch das Drehen auf der Stelle, das oft 5 oder mehr Schritte erfordert, sowie Schwierigkeiten, auf einem Bein zu stehen, können auffällig sein.

Spinal Tap Test
Der Spinal Tap Test (Lumbalpunktion mit Liquorablass) dient sowohl der Diagnosesicherung als auch der Einschätzung, ob Patient*innen von einer Shunt‑Implantation profitieren. Der Test simuliert die Wirkung eines Shunts, indem Hirnwasser abgelassen wird. Bei vielen Betroffenen führt dies bereits kurzfristig zu einer spürbaren Verbesserung der Symptome, was als Hinweis auf den möglichen Erfolg einer Shunt-Implantation dient. Diese Verbesserungen setzen einige Stunden nach der Hirnwasserentnahme ein und können mehrere Tage anhalten.

Weitere Tests
Weitere häufig verwendete Tests sind zum Beispiel der Infusionstest, bei dem die Fähigkeit zum Abbau von Hirnwasser getestet wird und die Lumbaldrainage, bei der über einen Zeitraum von mehreren Tagen kontinuierlich Hirnwasser abgeleitet wird. Diese Verfahren ergänzen die Diagnostik und ermöglichen eine individuelle Therapieentscheidung.
Behandlung von NPH

We Understand the Gravity of the Situation
Hinter jeder technischen Lösung steht bei uns die Überzeugung, dass Verantwortung, Präzision und Empathie untrennbar zusammengehören. Genau diese Haltung spiegelt sich in unserer Arbeit – jeden Tag!
Wir entwickeln innovative Lösungen für Menschen mit Hydrocephalus – mit tiefem Verständnis für ihre Herausforderungen und die Anforderungen klinischer Versorgung. Durch enge Partnerschaften mit Ärzt*innen und dem Einsatz präziser Gravitationstechnologie arbeiten wir daran, die Behandlung sicherer, verlässlicher und langfristig erfolgreicher zu machen.
Our Strong Partner in Neurosurgery:
Referenzen
1. Brean A, Fredø HL, Sollid S, et al. Five-year incidence of surgery for idiopathic normal pressure hydrocephalus in Norway. (2009) Acta neurologica Scandinavica, 120(5), 314–316. https://doi.org/10.1111/j.1600-0404.2009.01250.x
2. Nakajima M, Yamada S, Miyajima M, et al. … research committee of idiopathic normal pressure hydrocephalus. Guidelines for Management of Idiopathic Normal Pressure Hydrocephalus (Third Edition): Endorsed by the Japanese Society of Normal Pressure Hydrocephalus. (2021) Neurologia medico-chirurgica, 61(2), 63–97. https://doi.org/10.2176/nmc.st.2020-0292
3. Fritsch MJ, Kehler U, Meier U. NPH – Normal Pressure Hydrocephalus: Pathophysiology – Diagnosis – Treatment. 1st ed. Stuttgart: Georg Thieme Verlag; 2014.
4. Hashimoto M, Ishikawa M, Mori E, et al. Diagnosis of idiopathic normal pressure hydrocephalus is supported by MRI-based scheme: a prospective cohort study. (2010) Fluids Barriers CNS 7, 18. https://doi.org/10.1186/1743-8454-7-18
5. Andrén K, Wikkelsø C, Hellström P, et al. Early shunt surgery improves survival in idiopathic normal pressure hydrocephalus. (2021) European journal of neurology, 28(4), 1153–1159. https://doi.org/10.1111/ene.14671
6. Illies T, Eckert B, Kehler U. What Radiologists Should Know About Normal Pressure Hydrocephalus. (2021) Fortschr Röntgenstr; 193: 1197–1206.


